Lufthansa Kabinenpersonal streikt

10.04.2026 PS
Lufthansa Kabinenbesatzung 1
Lufthansa Kabinenpersonal (Foto: Lufthansa)

Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation UFO hat für heute Freitag zum Streik aufgerufen, das Kabinenpersonal der Lufthansa sowie ihrer Tochtergesellschaft Lufthansa CityLine streikt.

Hintergrund für den Streik des Kabinenpersonals sind zwei parallel eskalierende Tarifkonflikte mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten. Der Streik findet heute Freitag im Zeitraum von 00:01 Uhr bis 22:00 Uhr statt. Bei der Deutschen Lufthansa AG sind sämtliche Abflüge an den Drehkreuzen Frankfurt und München betroffen. Bei Lufthansa CityLine erstrecken sich die Arbeitsniederlegungen auf alle Abflüge an den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover. Entsprechend ist mit erheblichen Beeinträchtigungen im innerdeutschen und europäischen Luftverkehr zu rechnen.

Den Arbeitskampfmaßnahmen gingen Urabstimmungen voraus. Während sich bei der Lufthansa 94 Prozent der abstimmenden Mitglieder für Streiks aussprachen, votierte bei Lufthansa CityLine eine überwältigende Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen. Die Gewerkschaft betont, bewusst auf Streiks während der Osterfeiertage verzichtet zu haben, um die Belastungen für Reisende zu begrenzen. Gleichwohl seien Auswirkungen auf den Rückreiseverkehr nun unvermeidlich.

Inhaltlich unterscheiden sich die Konfliktlagen deutlich. Bei Lufthansa CityLine steht die Forderung nach einem tariflichen Sozialplan im Zentrum. Hintergrund ist die geplante Einstellung des Flugbetriebs, von der rund 800 Kabinenbeschäftigte betroffen sind. Aus Sicht der Gewerkschaft verweigert die Arbeitgeberseite bislang sowohl die Aufnahme von Verhandlungen als auch die Vorlage eines verhandlungsfähigen Angebots, obwohl für die Beschäftigten existenzielle Fragen der sozialen Absicherung im Raum stehen.

Beim Mutterkonzern Deutsche Lufthansa AG geht es hingegen um einen neuen Manteltarifvertrag (MTV). Die Verhandlungen hierzu sind nach Angaben der Gewerkschaft seit rund fünf Monaten festgefahren. Streitpunkte sind insbesondere Regelungen zum Belastungsschutz, zur Planbarkeit von Einsatzzeiten sowie zu Kündigungsfristen. Die UFO wirft der Arbeitgeberseite vor, sich nicht nur nicht auf die Forderungen zuzubewegen, sondern im Gegenteil unter dem Stichwort „Produktivität“ strukturelle Einschnitte in bestehende Schutzstandards anzustreben.

In beiden Konflikten sieht die Gewerkschaft die Verantwortung für die Eskalation bei den Arbeitgebern. Diese hätten es versäumt, tragfähige Angebote vorzulegen und eine konstruktive Verhandlungsbasis zu schaffen. Zugleich unterstreicht die UFO ihre grundsätzliche Gesprächsbereitschaft. Eine kurzfristige Beilegung der Konflikte sei möglich, sofern die Arbeitgeberseite verhandlungsfähige Angebote unterbreite und in ernsthafte Gespräche eintrete.

Mit den angekündigten Arbeitsniederlegungen erhöht die Gewerkschaft den Druck auf beide Unternehmen erheblich. Für den Luftverkehr in Deutschland bedeutet dies voraussichtlich Einschränkungen, insbesondere an den zentralen Drehkreuzen Frankfurt und München.

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